Viele Controller verwechseln aktivitätsbasierte Budgetierung mit Prozesskostenrechnung. Dagmar Fehsenfeld hat beide Systeme in einem Dienstleistungsunternehmen parallel eingesetzt und weiß, wo die Unterschiede liegen.
Prozesskostenrechnung schaut zurück
Die klassische Prozesskostenrechnung analysiert, was in der Vergangenheit passiert ist. Sie weist Ist-Kosten auf Prozesse zu und hilft, Preise zu kalkulieren. Für die Zukunftsplanung taugt sie nur begrenzt.
ABB plant vorwärts
Aktivitätsbasierte Budgetierung fragt: Welche Aktivitäten planen wir für das nächste Jahr, und zu welchem Preis je Einheit? Die Verbindung zur operativen Planung ist direkter. Wenn das Vertriebsteam 400 Angebote statt 280 plant, schlägt sich das sofort im Budget nieder.
Wo beide Systeme zusammenpassen
Fehsenfeld nutzt die Prozesskostenrechnung, um Kostensätze für einzelne Aktivitäten zu ermitteln. Diese Sätze fließen dann in die ABB-Planung ein. Die Kombination funktioniert, erfordert aber saubere Datenpflege auf beiden Seiten.
Wer nur eines der beiden Systeme einführt, ohne das andere zu kennen, baut auf einer halben Grundlage. Das erklärt viele frühe Misserfolge.